Das Peter-Greenaway-Jahr

                   Herzlich willkommen im Peter-Greenaway-Jahr

Peter Greenaway (Brite, 76 Jahre, von Beruf ursprünglich Maler, Zeichner, Collagist) ist ein exzentrischer und höchst

experiementeller Regisseur – und  einer der Lieblingskünstler des Kinodirektors.

Wolfgang Heckmann meint: “Die Magdeburger müssen diesen Filmemacher kennenlernen, und wo, wenn nicht bei uns!”.

Greenaways Filme beinhalten auf oft groteske Weise die Themen Religion, Kunst, Sex, Gewalt und Tod. In seinen Werken dominiert jedoch die ursprüngliche Berufung: Die einzelnen Bilder wirken wie ein großes Wandgemälde, die Szenen werden collagenhaft über- und nebeneinander gelegt. Der Stoff ist schwer und absonderlich, aber immer auf Greeanways eigene Weise ästhetisch umgesetzt.

Sie sehen, wir schwärmen 🙂  …und zeigen nun ein ganze Jahr lang Werke von Peter Greenaway. Immer donnerstags, einen vollen Monat (außer in den Ferienmonaten)

Im Januar haben wir mit “Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber” angefangen (GB 1989, FSK 18).

Eine rabenschwarze Komödie mit Helen Mirren in der Hauptrolle. Opulent und niederschmetternd, Kannibalismus, Liebe und Gewalt. Alles nebeneinander. Mit einer Bildkomposition, als ginge es um ein Gemälde wie “Das letzte Abendmahl”, für das auch die Kostüme von Jean-Paul Gaultier sorgen.

Im Februar folgt “Der Bauch des Architekten”  (GB 1987), ein “ bizarres intellektuelles Ratespiel um Architektur, Zahlen und Wortspiele, um Zeit- und Lebensalter” (laut Kritik).

April: “Der Kontrakt des Zeichners” (GB 1983)

Mai: “Verschwörung der Frauen” (GB 1988)

September: “Prosperos Bücher” (GB, F, NL, Japan 1991)

Oktober: “Die Bettlektüre” (GB, F, NL 1996)

November: “Eisenstein in Guanajuato” (Mexiko, Finnland, Belgien, NL 2015)

 

 

Das “Lexikon des internationalen Films” urteilt zum Film im Mai: „In grandiosen Farb- und Lichtkompositionen als Abfolge makaber-surrealer Spiele von eigensinniger Logik inszenierter Film, der zahllose Ideen-Assoziationen entfesselt. Ohne sich auf eine faßbare Aussage festzulegen, erweckt der Film mitunter den Eindruck des Prätentiösen und nur vorgetäuschter Tiefe. Die makaber-fatalistische Schlußkonsequenz, die jeglichen Wertegehalt des menschlichen Daseins in Frage zu stellen scheint, fordert zur Diskussion und zum Widerspruch heraus.“

Und das kann man als Schlusswort stehen lassen: Zu langen Diskussionen regen Greenaways Filme auf alle Fälle an. Wir freuen uns darauf.

Zitate:

„Wir sind in Gefahr, die alten Formensprachen zu verlieren. Aber, und das ist wahrscheinlich typisch postmodern, wir müssen fähig sein, die alten Sprachen zu rekapitulieren und wiederaufzunehmen, uns ihrer geschichtlichen Kontinuität bewußt zu bleiben. In meinen Filmen kann man sehen, daß ich ein waschechter Atheist bin, aber in Theologie hatte ich immer die besten Noten.“ (Peter Greenaway)

„Im Kino müssen wir uns erst einmal von der Tyrannei befreien, und es sind deren vier: die Tyrannei des Texts, die Tyrannei des Schauspielers, die Tyrannei des Bildausschnitts und, am allerwichtigsten, die Tyrannei der Kamera. Der Film muß sich von der Kamera trennen, um sich aus der Sklaverei zu befreien. Denn da bin ich mir ganz sicher: Die Kamera steht dem Film im Weg.“ (Peter Greenaway)

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